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07. September 2020

Ortbetonbauweise mit Schöck Isolink®

von Judith Fischbach

Sichtbetonfassaden aus einem Guss.

Sichtbeton ist mit seiner Individualität und Einzigartigkeit in der Architektur zunehmend ein beliebtes Gestaltungselement. Durch die Gestaltungsfähigkeit des Frischbetons sind mit Hilfe entsprechender Schalungssysteme beliebige Oberflächen, Formen und Qualitäten möglich.

Drei skulpturale V-Stützen tragen das länglich auskragende zirka 400 Tonnen schwere Obergeschoss. Foto: Frank Löschke / LIQUID PHOTOGRAPHY

Die optimale Herstellung von Sichtbetonfassaden erhebt hohe Ansprüche an das Zusammenwirken von Architektur, Tragwerksplanung und Baustofftechnologie und nicht zuletzt an die Flexibilität der Bauweise. Diese Anforderungen werden mit der Ortbetonbauweise erfüllt. Die Wandflächen können in dieser Bauweise großzügig gestaltet werden. Die Fugen werden nicht willkürlich, sondern anhand der Geometrie von Öffnungen und gestalterischen Bezügen des Architekten festgelegt. Die Betonoberflächen der frei formbaren Gebäudehülle aus Frischbeton sind zudem mit Schalsystemen oder örtlicher Schalung flexibel wählbar. Das Aussehen und die Beschaffenheit lassen sich durch Zementart, Zuschlagstoffe, beigefügte Pigmente, nachträgliche Oberflächenbearbeitung und diverse Beschichtungen frei gestalten.

Als energieeffizientes Verbindungselement der kerngedämmten Betonfassaden eignet sich in der Ortbetonbauweise der Schöck Isolink® in besonderem Maße. Die zertifizierte Passivhauskomponente besteht aus dem geprüften Glasfaserverbundwerkstoff Combar®, der von Schöck eigens entwickelt wurde. Combar® zeichnet sich durch seine geringe Wärmeleitfähigkeit aus, wodurch Wärmebrücken an der Gebäudehülle auf ein Minimum reduziert werden. Darüber hinaus ist der Glasfaserverbundwerkstoff dauerhaft und korrosionsresistent.

Im Einbau erweist sich der Isolink® aufgrund seiner runden Stabform außerdem als äußerst unkompliziert. Nach dem Bohren wird der Isolink® in das mit Klebemörtel befüllte Bohrloch in der Tragwand aus Beton eingesteckt. Die Dämmung kann anschließend über die Fassadenanker gedrückt werden, ohne Spezialwerkzeug.

Zur Befestigung der Fassaden kam der Schöck Isolink® aus Glasfaserverbundwerkstoff zum Einsatz. Foto: Frank Löschke / LIQUID PHOTOGRAPHY

Einsatz in Ortbetonbauweise fand der Isolink® beim Bau der Villa Neo bei Hamburg (Querkopf Architekten, Hamburg) – ein anspruchsvolles Projekt, dessen Planung und Ausführung durch Schöck intensiv begleitet wurde. Die Mühe wurde belohnt. Inmitten der Natur ist ein skulpturales, puristisches und modernes Gebäude entstanden. Um diese skulpturale Wirkung des Gebäudes, das wie aus einem Guss wirkt, zu schaffen, kam nur eine Bauweise der Wände in Frage: Sichtbetonfassaden in Ortbetonbauweise, kerngedämmt mit Schöck Isolink®.

Mehr Details zum Projekt finden Sie hier.

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1 Kommentare

Christoph Meul
10. September 2020 um 09:32

Ein Paradebeispiel für die Gestaltungsfreiheit des Architekten – so konnte er die sägerauhe Holzschalung (in Anlehnung an den Wald) realisieren ohne auf die Wärmedämmung zu verzichten.

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