Michael Zacher

Selbstverteidigungskurs für Männer

Nach dem Selbstverteidigungskurs für Frauen, der vor einigen Wochen sehr nachgefragt war, organisierte das Betriebliche Gesundheitsmanagement BGM nun einen solchen Kurs für Männer. Dank regem Interesse fand der Kurs am 13.11. statt.

Michael Müller und Trainer Stefan Huber

Schon beim Betreten des Raums wurde klar, dass Trainer Stefan Huber von der Kampfsportschule Bühl es nicht nur bei theoretischen Inhalten belassen wollte – das ließen einige Schlagpolster und Pratzen vermuten. Doch bevor die Teilnehmer diese in die Hand nehmen durften, erklärte der Trainer die gesetzlichen Grundlagen zur Selbstverteidigung. Darunter fallen neben dem Notwehrrecht auch die Pflicht zur Hilfeleistung sowie die erstaunliche Tatsache, dass in Großstädten schon jeder Zwölfte Opfer einer Gewalttat wurde und junge Erwachsene die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe darstellen. Spätestens jetzt wurde klar, dass es sicher nicht von Nachteil ist, an einem solchen Kurs teilzunehmen.

Nach dem Theorieteil ging es an die Praxis. Die richtige Schlagtechnik wurde kurz erklärt, und schon durften alle Teilnehmer diese auch aktiv umsetzen. Mich persönlich kostete es zunächst etwas Überwindung, aktiv Gewalt einzusetzen. Nachdem ich aber festgestellt hatte, dass meinen Kollegen dank der guten Trainingsausstattung wirklich nichts passieren konnte, machte es umso mehr Spaß, sich mit den Kollegen zu messen.

Trainer Stefan Huber, Walter Dittmann und Wolfgang Smets

Schnell fassten wir Selbstvertrauen und der eine oder andere war überrascht, welche Kräfte er mit einem Ellenbogen aufbringen kann. Bald wusste jeder, wie er sich sowohl auf lange Distanz mit Tritten als auch auf kurze Distanz mit Ellenbogenhaken effektiv verteidigen kann.
Doch die beste Verteidigung ist immer noch, es erst gar nicht zu einem Kampf kommen zu lassen. Mittel und Wege, wie man Selbstverteidigungssituationen vermeiden kann, wurden im letzten Teil des Kurses behandelt. Hier durften alle einmal die Täter- und Opferrolle einnehmen. So durfte der eine beschwichtigen und deeskalieren, während der jeweilige Partner verbal provozierte. Es wurde schnell klar, dass man durch ein selbstbewusstes Auftreten den Provozierenden von seinem Vorhaben abbringen kann.

Jürgen Bauer und Michael Zacher

Gegen Ende wurden noch ein paar äußerst einfache Hebeltechniken gezeigt. Überraschend wirkungsvoll zeigten sich diese insbesondere dann, wenn der Angegriffene an Körpergröße unterlegen war. Auf diese Weise konnte ein Kollege den Trainer direkt überwältigen.

Nach fast dreieinhalb Stunden war der Kurs beendet. Alle Teilnehmer fühlen sich nun für eventuelle Situationen gut vorbereitet. Es bleibt nur zu hoffen, dass man das neu erworbene Wissen nie einsetzen muss.


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