Die Fantastischen Vier erhalten den Jacob-Grimm-Preis

Der Jacob-Grimm-Preis ist der Hauptpreis des dreiteiligen Preises „Kulturpreis Deutsche Sprache“, der von der Eberhard-Schöck-Stiftung und dem Verein Deutsche Sprache e.V. für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben wird.

An der Preisverleihung im Festsaal des Kongress Palais Kassel nahmen rund 1.000 Gäste teil. Der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle dankte der Jury für die ausgezeichnete Preisträgerwahl. „Sie alle sorgen auf ganz unterschiedliche Art und Weise dafür, dass unsere Sprache lebendig bleibt.“

Alle Preisträger und Laudatoren auf der Bühne; Foto: Jörg Lanthelmè, Foto Kreativ Kassel

Als Wegbereiter des deutschsprachigen Hip-Hops nahmen die Musiker Michael Bernd Schmidt, Thomas Dürr, Michael Beck und Andreas Rieke, alias die Fantastischen Vier, den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache entgegen. Im Sprechgesang bedankte sich Thomas Dürr für den Preis: „Wird der Reim richtig eingesetzt findet jeder in einem Text einen Spiegel des eignen Selbst und gewinnt etwas Bleibendes“. Auch Bernd Michael Schmidt sprach seinen Dank an die Eberhard-Schöck-Stiftung und Jury aus, für die Anerkennung ihrer Verdienste um die deutschsprachige Musikkultur. Die Fantastischen Vier spenden das Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro an die Seenotrettung „Lifeline“. Der Comedian Michael Mittermeier lobte die Fantastischen Vier mit zahlreichen Songzitaten der vier Musiker für ihren einzigartigen Einfluss auf die nationale wie auch internationale Musikgeschichte. Erst die Fantastischen Vier haben deutschsprachigen Hip-Hop weltweit populär gemacht, so Mittermeier, und hob hervor: „Die Fantastischen Vier schaffen Bilder und erzählen Geschichten. Das ist es nämlich, was Sprache und was Kultur ausmacht, und zwar im Kern und seit Anbeginn der Zeit. Bilder und Geschichten.“

Die Fantastischen Vier mit Michael Mittermeier und Amelie Arndt, der Tochter von Robin Schöck – sie hat den Hauptpreis übergeben; Foto: Jörg Lanthelmè, Foto Kreativ Kassel

Selfie der Fantastischen Vier mit Michael Mittermeier; Foto: Jörg Lanthelmè, Foto Kreativ Kassel

Mit dem mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache wurde die Kampagne „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“ ausgezeichnet. Jurymitglied Felicitas Schöck betonte in ihrer Laudatio die Wichtigkeit der Kampagne, die in Zeiten stetigen Smartphonekonsums, die Aufmerksamkeit der Eltern wieder auf ihre Kinder lenken möchte. Denn fehlende Beachtung durch die Eltern beeinträchtige die psychische und intellektuelle Entwicklung des Kindes. Die Koordinatorinnen des Netzwerks Frühe Hilfen des Jugend- und Sozialamtes der Stadt Frankfurt am Main dankten der Jury für ihre Anerkennung: „Kinderärzte melden uns zurück, dass Eltern sich die Plakate in den Wartezimmern zum Ansporn für einen bewussten Umgang mit dem Handy nehmen.“

Felicitas Schöck übergibt den Initiativpreis Deutsche Sprache für die Kampagne „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“. Foto: Jörg Lanthelmè, Foto Kreativ Kassel

Den undotierten Institutionenpreis Deutsche Sprache erhielt die Abteilung Sprachausbildung, Bereich Deutsch als Fremdsprache, des Bundessprachenamtes. Regierungsdirektor Hermann Roder, Referatsleiter der Abteilung, nahm den Preis entgegen: „Das Bundessprachenamt sieht sich in einer langen Tradition, Tausenden von Menschen die deutsche Sprache vermittelt zu haben und zu vermitteln.“ Der Unterricht sei ideologiefrei, aber nicht wertfrei – die Bewahrung der Menschenwürde sei das oberste Gebot der Arbeit des Bundessprachenamtes weltweit, betonte Roder.

Die Vertreter des Bundessprachenamtes mit Laudator Oberst Ernst; Foto: Jörg Lanthelmè, Foto Kreativ Kassel


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