Carmen Nussbächer

Entscheidend sind die ersten zehn Minuten

Was mache ich, wenn mein Kollege bewusstlos wird? Wie reagiert man richtig bei einem Herzinfarkt? Und wie geht nochmal die stabile Seitenlage?

18 Kollegen aus gewerblichem Bereich und Verwaltung ließen sich als Ersthelfer im Betrieb ausbilden. Viele praktische Übungen stellten sicher, dass am Schluss alle Rettungs-Handgriffe richtig saßen.

Neue Ersthelfer bei Schöck

Neue Ersthelfer bei Schöck

Neben sicherem und korrektem Krankentransport (unter den Achseln durchgreifen und mit beiden Händen den Unterarm fassen) wurde unter anderem gezeigt, wie die stabile Seitenlage richtig eingerichtet wird (beim Umdrehen des Bewusstlosen 90-Grad-Winkel bei Arm und Bein beachten, alle 30 Sekunden Atmung kontrollieren). Als Nächstes stand die Herz-Lungen-Wiederbelebung an. Zwei Kollegen hielten einen Dummy zehn Minuten lang abwechselnd mit 30 Stößen Herzdruckmassage und zwei Beatmungsstößen „am Leben“. Da es bei einem Herzstillstand auf genau diese ersten zehn Minuten ankommt, wurde sozusagen in Echtzeit geprobt.

Herz-Lungen-Wiederbelebung

Herz-Lungen-Wiederbelebung

Hochlagern bei starken Blutungen

Hochlagern bei starken Blutungen

Zudem lernten die Teilnehmer, Wunden korrekt zu versorgen (Blutstillung, Verbinden) sowie das richtige Verhalten bei Verbrennungen (Kühlen, lockeres und keimfreies Abdecken). Weitere Themen waren unter anderem die Behandlung von Schockzuständen, Krampfanfällen und Knochenverletzungen.

Korrekte Wundversorgung

Korrekte Wundversorgung

Spezielle Lösung für Augenverletzungen

Spezielle Lösung für Augenverletzungen

Alles wird verbunden

Alles wird verbunden

Raimund Kramer, Erste-Hilfe-Ausbilder der mesino GmbH (Gesellschaft für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Notfallmanagement), betonte, dass es generell bei allen Hilfeleistungen wichtig sei, den Betroffenen anzusprechen und zu beruhigen. Selbst mit Bewusstlosen solle man ruhig sprechen und erklären, welche Maßnahmen durchgeführt werden.

Ebenfalls gut zu wissen: in Deutschland befindet sich auf jedem Schöck Betriebsgelände ein Defibrillator. Das Instrument, das lebensrettende Maßnahmen per Ansage unterstützt und im Bedarfsfall selbstständig Herzrhythmusstörungen durch gezielte Stromstöße beendet, ist einfach zu bedienen und unterstützt Ersthelfer bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Man muss übrigens nicht ausgebildeter Ersthelfer sein, um im Notfall Unterstützung zu leisten. Jeder kann helfen – allein schon durch die Wahl der Notrufnummer 112 und die Betreuung des Betroffenen bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte.


  Weiterempfehlen Mail Facebook
Kommentar verfassen