Detlef Leißner

Schritt für Schritt zur kerngedämmten Betonwand

Der Schöck ‪‎Thermoanker‬ verbindet Schweden und Deutschland: Eine 50 cm starke kerngedämmte ‪Betonwand‬ für Stockholm wurde in Baden-Baden geplant und in der Nähe von Berlin gefertigt.

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Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wie die Betonwandscheiben einer kerngedämmten Sandwichwand ohne Stahlverbund und einer Innendämmung von 20,0 cm Dicke zusammengehalten werden?

Schöck Bauteile stellt den Thermoanker her, der die statische Funktion eines Edelstahlgitterträgers übernimmt, einfacher zu montieren ist und obendrein ohne relevanten Wärmeverlust eine kraftschlüssige Verbindung ermöglicht.

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Von außen ist der fertigen Betonwand von ihrem interessanten Innenleben nichts anzusehen. Im Innern verbindet der Schöck Thermoanker die Außen- mit der Innenschale oder – geographisch und im übertragenen Sinne Europa. Wie es funktioniert, zeigen die folgenden Bilder:

Eine anspruchsvolle Architektur mit diversen Einbauteilen galt es zu fertigen.

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Durchgehende, runde Öffnungen und Vergusstaschen sind schon in der Schalung und der ersten Bewehrungslage verbaut. Alles untergebracht in einer 50 cm hohen Sichtbeton-Schalung.

Anschließend wird der Beton der ersten Schale der tragenden Innenwand eingebracht.

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Es muss exakt auf die Wandscheibendicke geachtet und fachgerecht verdichtet werden, damit die Dämmung, die im nächsten Schritt eingebaut wird, passgenau sitzt.

Begonnen wird randseitig mit einem Brandriegel, der vom Architekt des Gebäudes angeordnet wurde.

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Um die Dämmstreifen vor dem Frischbeton zu schützen, wird das Material in Baufolie eingeschlagen. Anschließend wird die Dämmung im Kern der Wand eingebracht.

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Aufgrund der Geometrie der Wand ist die erste 10,0 cm dicke Dämmlage im Fallbeispiel aus Perimeterdämmplatten entsprechend vorbereitet worden. Durch gute Arbeitsvorbereitung war die erste Lage innerhalb von ca. 10 Minuten verbaut.

Auch die zweite Dämmlage ist wenig später komplett. Jetzt kann mit der Armierung der Außenwandscheibe begonnen werden.

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Es wird sehr genau auf fugenfreien Sitz der Dämmplatten geachtet. Damit ist die Dämmebene ohne Wärmeverlust verbaut. Auch die Betondeckung wird, mit Drunterleisten, der entsprechenden Bauteilplanung angepasst.

Nach dem Einlegen der Bewehrung, misst der Mitarbeiter des Betonwerkes die Position der einzubauenden Thermoanker aus. Die Angaben dafür entnimmt er einem Plan, den er von der Schöck AWT (Anwendungstechnik) bekommen hat. In der Bauteilplanung der AWT ist genau festgelegt, wo die Termoanker positioniert werden müssen. Somit ist die kraftschlüssige Verbindung der Wandscheiben gesichert.

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Er nutzt dafür einen Spiralbohrer, um das Bohrmaterial herauszuziehen. Somit wird vermieden, dass beim Einbau der Thermoanker loses Bohrmaterial einen Verbund der Wandscheiben verhindert.

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Mit seinen 13,5 mm Materialstärke und dem einfachen Einbau, ist der Thermoanker-Stab wesentlich schneller verarbeitet als Edelstahlträger. Innerhalb kürzester Zeit wurde so eine 50,0 cm dicke Sandwichwand hergestellt. Nur durch eine vorbildliche Arbeitsvorbereitung der Einbaumaterialien, perfektes Zusammenspiel der Mitarbeiter im Werk und einem einfach zu installierenden Ankersystem ist die Herstellung solcher Wände möglich.

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Nach dem Verdichten der zweiten Wandscheibe muss der Beton nur noch geglättet werden.

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So und nun ab nach Stockholm.


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