Robert Doelling - DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH, Gastautor

DESAX gibt Einblicke in Bau- und Sanierungs­­nachfrage

Da es bislang in Deutschland nur wenige aussagekräftige Zahlen gibt, die das aktuelle Interesse an Bau- und Sanierungsdienstleistungen wiedergeben, habe ich mit meinen Kollegen den „Deutschen Sanierungsindex“ (kurz: DESAX) entwickelt. Der DESAX stützt sich dabei auf die bei der DAA Deutsche Auftragsagentur aus Hamburg zur Vermittlung an Fachbetriebe eingehenden Online-Anfragen aus den Gewerken Fenster, Heizung, Dach und Dämmung. Die Anzahl der monatlich gestellten Projektanfragen wird dann ins Verhältnis zum monatlichen Mittelwert der Anfragen des Jahres 2012 gesetzt und mit dem Wert 100 indexiert.

Was sagt der DESAX aus?
Ein Indexwert von 100 für einen Monat bedeutet, dass die Zahl der Anfragen genau dem durchschnittlichen DESAX-Wert des Referenzjahres 2012 entspricht. Steigt oder fällt der DESAX, so lässt diese Tendenz Rückschlüsse auf das aktuelle Interesse als auch den in den Folgemonaten zu erwartenden Auftragsbestand in der Bau- und Sanierungsbranche zu. Das Besondere am DESAX ist nun, dass dieser anders als bei Zahlen des statistischen Bundesamtes, die im Nachhinein erhoben werden, einen aktuellen Einblick in die Baubranche möglich machen. Und anders als bei Befragungen einer kleinen Gruppe von Branchenteilnehmern beruht der Index auf einer signifikanten Anzahl von monatlich mehreren tausend Endkundenanfragen. Das macht den DESAX statistisch signifikant.

Welche Tendenzen zeigte der DESAX bisher?
Während 2012 die Entwicklungen in den untersuchten Bereichen einem branchentypischen saisonalen Verlauf folgten und Nachfragespitzen im Frühling und im Herbst sowie ein typisches Sommerloch aufwiesen, so zeigte sich der DESAX-Verlauf 2013 überraschend uneinheitlich. Denn während im Herbst wie im Vorjahr auch das Interesse an der Sanierung von Heizungsanlagen anzog, blieb das Interesse an der Sanierung des Daches oder Dämmmaßnahmen nahezu konstant. Wir haben dies damals so interpretiert, dass es im Herbst 2013 wieder einmal eine medial sehr kritische Debatte um Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle, insbesondere zum Thema WDVS, gab.

Wie entwickelt sich der DESAX aktuell?
In 2014 zeigte sich wiederum ein ganz anderes Bild. So blieb das Interesse in allen drei Gewerken im Frühling relativ gleich. Der Frühlingsputz, der viele zu Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen veranlasst, fiel also aus. Dies mag an dem seit langem relativ milden Winter gelegen haben. Demgegenüber zog das Online-Interesse schon bereits ab dem Sommer deutlich an. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass insbesondere die Nachfrage nach dem Einbau von Fenstern im Vergleich zu Heizungen, Dacharbeiten oder der Hausdämmung überdurchschnittlich zugenommen hat. Viele Fensterbauer dürften sich daher über einen auftragsstarken Herbst freuen.

Wem kann der DESAX helfen?
Ursprünglich haben wir den DESAX konzipiert, um selbst einen Überblick über den Anfrageverlauf zu gewinnen und um so Themen zu erkennen, die für unsere Leser je nach Saison von Interesse sind. Dabei haben wir schnell gemerkt, dass auch Fachbetriebe aus dem Bau- und Sanierungsbereich am DESAX interessiert sein könnten. Fällt der DESAX, so könnten Fachbetriebe z. B. mehr Werbung schalten, um einem Auftragsloch frühzeitig vorzubeugen. Steigt der DESAX, so könnte der Betrieb bereits frühzeitig die Personalplanung oder auch die Lagerhaltung anpassen.

Wer informiert bleiben möchte, der findet bei uns im Blog unter http://www.daemmen-und-sanieren.de/magazin/ jeden Monat die DESAX-Auswertung.


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