Russland mal aus anderer Sicht

Junge Schreiner aus Karlsruhe zu Besuch in Krasnodar in Südrussland

Im Rahmen unseres Austauschprogramms für Berufsschüler fanden in der ersten Jahreshälfte zwei Begegnungen russischer und deutscher Schreinerazubis statt. Einmal in Karlsruhe, einmal in Krasnodar. In gemeinsamer Projektarbeit wurden jeweils Werkstücke für gemeinnützige Einrichtungen für Kinder gefertigt. Zurückgekehrt aus Russlands Süden erreichen uns die folgenden Eindrücke:

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„Der Russlandaustausch ist eine einmalige Gelegenheit, um eine fremde Kultur und ihre Menschen kennen zu lernen. Es ermöglicht einem, fern ab von Fernseher und Medienberichten sich ein völlig eigenständiges Bild über die Umstände Traditionen und Menschen zu machen (…) Mein Austauschpartner und ich halten weiterhin Kontakt und planen ein erneutes Wiedersehen.“

„Angefangen von kulturellen menschlichen und klimatischen Unterschieden habe ich Russland ganz anders erlebt, als ich es mir vorgestellt hatte (…) In den 13 Tagen Russland habe ich mich fast schon an das Leben dort gewöhnt und der Abschied fiel nicht leicht (…) Die Erfahrungen und Eindrücke werde ich immer in meinem Herz behalten.“

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„Für mich persönlich habe ich gelernt, dass ein hoher Lebensstandard nicht unbedingt glücklich macht. Viel wichtiger sind Offenheit, Freundlichkeit und Akzeptanz der Menschen, die einen umgeben. Darüber habe ich in 2 Wochen Russland mehr gelernt als in 19 Jahren Deutschland (…) Würde ich Herrn Schöck noch einmal begegnen, würde ich mich bei ihm noch einmal für all das bedanken. Er hat uns allen die Möglichkeit geschaffen, etwas Einzigartiges zu erleben, das keiner von uns vergessen wird. Und so sind wir uns auch sicher, dass das nicht unser letzter Besuch in Krasnodar war. So bleibt nur noch zu sagen: In Krasnodar weint man zweimal: wenn man kommt und wenn man geht!“

„Ich habe für mich gelernt, dass politische Konflikte zwischen unseren Ländern unsere Freundschaft nicht beeinträchtigen können und dass beide Nationen ohne Vorbehalte der anderen gegenüber für eine angenehme freundliche und sehr herzliche Atmosphäre sorgen, die theoretische Konflikte praktisch ausschließt. Ich schließe daraus, dass man eine Nation nie verallgemeinern darf, bevor man nicht dort war und die Menschen kennengelernt hat. Ich würde Herrn Schöck sagen, dass dieser Austausch sehr wichtig ist und auf jeden Fall fortgeführt werden muss, da genau solche Maßnahmen den aktuellen politischen Konflikten entgegenwirken und so Russland und Europa näher aneinanderrückt.“

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„Die Unterbringung im Wohnheim mag für alle Deutschen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig gewesen sein, nachdem man jedoch als Gruppe die russischen Standards akzeptiert hatte, sind es vor allem die langen, gemeinschaftlichen Abende auf den Zimmern, die in Erinnerung bleiben (…) Für diese Fülle an Erfahrungen, die mir hier während der Schulzeit ermöglicht wurden, bin ich sehr dankbar. Vor allem hatte ich sie nicht während meiner Berufsschulzeit erwartet und Danke der Schöck Stiftung herzlich für die von Ihnen geschaffene Möglichkeit.“

„Die Ausflüge halfen auch dabei, einen umfangreichen Einblick in die Kulturen zu bekommen und somit besser zu verstehen wo Unterschiede zwischen uns sind, aber auch wo Gemeinsamkeiten liegen. Ein Highlight für mich war der Abschied aus Russland. Es war unglaublich emotional und ein extrem warmer Moment. Ich hatte niemals damit gerechnet, dass man Menschen die einem vorher fremd waren, in sein Herz schließt und sogar vermissen kann.“

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„Mein größter Gewinn war, dass ich Vorurteile aus dem Weg räumen konnte, mir ein eigenes Bild von Russland machen konnte und so viele herzliche und liebenswürdige Menschen kennen gelernt habe, die ich nie mehr vergessen werde. Ich habe Einblick in eine andere Kultur bekommen, in eine andere Politik und durfte ein Land sehen, welches mir bislang völlig fremd war.“

„Aus dem Austausch nehme ich insbesondere mit, gegenüber „Fremden“ offener zu sein und aufeinander zuzugehen. Die anfänglichen Sprachschwierigkeiten wurden schnell zur Nebensache, so dass auch die Kommunikation kein Problem machte. Vorurteile bzw. Stereotypen wurden teilweise verstärkt und teilweise verdrängt. Alle haben sich gut verstanden und formten zum Schluss eine große gemischte Gruppe von Freunden.“

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„Die Projektstücke waren beide sehr gut gewählt, für die jeweilige Einrichtung erschien es jedes Mal als das nötigste Gut, das von einer Gruppe Tischlern gefertigt werden konnte (…) Persönlich hat mir der Austausch gezeigt, welche weitreichende Bedeutung linguistische Vorkenntnisse, Kreativität und Anpassungsfähigkeit haben. Auch dass Vorurteile oft auf missglückter Kommunikation und Angst beruhen und sich in den seltensten Fällen bewahrheiten. Ich würde Herrn Schöck für die Unterstützung danken, durch die uns diese sehr große interkulturelle, persönliche, sowie berufliche Bereicherung erst ermöglicht wurde.“

„Besonders gut hat mir das Miteinander mit den russischen Schülern gefallen. Es war schön, jeden Abend mit den Anderen verbringen zu können. Die Offenheit der Menschen, die Lebenseinstellung der Menschen dort (…) Nicht gefallen hat mir nichts. Man hätte es nicht besser machen können (…) Wenn man ein so wunderbares Land wie Russland kennen lernen darf, prägt das unheimlich. Für mich aus Russland mitgenommen habe ich das offene Lachen, Freundlichkeit und gute Laune in der Öffentlichkeit. Sich nicht zu schnell runterziehen zu lassen. Sich über Kleinigkeiten zu freuen. Ich würde mich, wenn ich Herrn Schöck das nächste Mal treffen würde, im Namen der Klasse bedanken. Ich würde ihm meinen Respekt mitteilen. Man kann sich einfach gar nicht genug bedanken für das, was er da ein paar deutschen, aber auch russischen Schülern ermöglicht hat. Das allergrößte Dankeschön an Sie, Herr Schöck, und hoffentlich auf ein Wiedersehen.“

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Außerdem gab es mehrere Beiträge im russischen Fernsehen, hier einer davon:
http://tvkrasnodar.ru/photo-video/video/syuzhety/3755-studenty-iz-karlsrue-podarili-krovatki-krasnodarskomu-detskomo-sadu.html#.U4s0QZGn1zQ


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