Fabian Marlok

Jenga mit Schöck Novomur® auf Passivhausniveau – erstaunlich, aber wahr!

Kennen Sie das Spiel “Jenga”? Man baut einen Turm aus Holzklötzchen und jeder Spieler muss reihum ein Klötzchen wegziehen – der Spieler, bei dem der Turm fällt, hat verloren. An dieses Spiel erinnerte mich die Anfrage unserer französischen Kollegen im Frühjahr 2012. Ein im 18. Jahrhundert errichtetes denkmalgeschütztes Wohnhaus sollte saniert werden – und zwar im Passivhausstandard.

Ansicht während der Sanierungsarbeiten

Ansicht während der Sanierungsarbeiten

Das alleine ist in Frankreich etwas ungewöhnliches, die Passivhausbauweise ist dort bei Weitem nicht so bekannt wie in Deutschland. Es kam aber noch besser: Das Haus sollte mit Schöck Novomur® saniert werden, unserem System für die Mauerfußdämmung. Mit dem Spiel “Jenga” vor Augen ahnen Sie, wie das bewerkstelligt wurde.

Der Einsatz von Sockeldämmelementen im Neubau ist in Deutschland eine bekannte Thematik, welche den aktuellen Stand der Technik darstellt und auch im Betonbau geprägten Frankreich hin und wieder auf Interesse stößt. Betrachtet man das Einsatzspektrum von Schöck Novomur® lässt sich jedoch nicht daraus schließen, dass der Bereich Sanierung in Frage kommt. Daher staunten alle Beteiligten nicht schlecht, als die Anfrage für den Einsatz von Schöck Novomur® im Zuge einer grundlegenden Sanierung des denkmalgeschützten Wohnhauses aufschlug. Der Sensation noch nicht genug: Das beschauliche Paray-le-Monial im Département Saône-et-Loire (Burgund) ist stolzer Standort des ersten Passivhauses in Frankreich!

Während der Begriff Passivhaus in Deutschland in aller Munde ist, sind unsere französischen Nachbarn bei der gesamtenergetischen Betrachtung von Wohngebäuden momentan noch etwas zurückhaltender. Nicht so der Investor Redouane Arezki. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, das erste Wohngebäude in Frankreich nach “Passivhausstandard”-relevanten Gesichtspunkten zu realisieren. Da in Frankreich dafür bisher keine geltenden Richtlinien vorhanden sind, wandte sich der Pionier Arezki an die deutschen Bauphysiker und Passivhausexperten Rolf Disch und Bert Wassmer. Zusammen mit den Architekten Cathérine Frenak und Béatrice Jullien sowie dem Ingenieurbüro Laurent Mouly (LM Ingénierie, Paris) wurde ein Konzept für das ehrgeizige Ziel, der Sanierung von einem Wohngebäude im Passivhausstil mit sechs Wohneinheiten nach deutschem Maßstab, erarbeitet.
Bauabschnitt II beinhaltet anschließend nochmals sechs Wohnungen, welche ebenfalls nach Passivhausstandard mit Schöck Isokorb® Typ K, KS und KST im Neubau errichtet werden.

Dass sich diese Sanierung jedoch nicht als triviale Aufgabe herausstellen sollte, war schnell klar: Damit sämtliche Außen- und Innenwände ohne kompletten Rückbau des Gebäudes durch Schöck Novomur® thermisch entkoppelt werden konnten, musste der untere Bereich der Grundmauern Stück für Stück entnommen, abgestützt und anschließend auf Schöck Novomur® gestellt werden. Erinnert doch stark an Jenga, oder?!

Durch Schöck Novomur® nachträglich thermisch entkoppelte Grundmauern

Durch Schöck Novomur® nachträglich thermisch entkoppelte Grundmauern

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Zur korrekten Lastübertragung des Bruchmauerwerks wurde ein Betonbett über und unter den Novomursteinen ausgeführt. Bei insgesamt 155 Laufmetern kein leichtes Unterfangen. Für diesen komplexen Vorgang wurde erstmals eine Zustimmung im Einzelfall für Schöck Novomur® durch ein französisches Prüfbüro erteilt.

Jedoch nahmen Redouane Arezki und die weiteren Projektunterstützer, die Stadt Paray-le-Monial sowie die Region Burgund, diesen Aufwand gerne in Kauf: Dadurch konnte das erste passivhauszertifizierte Gebäude in Frankreich realisiert werden, dem hoffentlich das eine oder andere folgen wird – gerne wieder mit Schöck und Schöck Novomur®!


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2 Kommentare zu "Jenga mit Schöck Novomur® auf Passivhausniveau – erstaunlich, aber wahr!"

Cornelia Kaltenbach schreibt am 25. Juni 2014 um 15:40

Oh ja, Jenga haben wir früher auch gespielt. Da werden Erinnerungen wach 🙂 Wer hat Lust in der Mittagspause eine Partie zu spielen?

Christoph Meul schreibt am 28. Juli 2014 um 15:42

NOVOMUR….es kommt drauf an, was man drauf stellt!
Klasse Idee – sehr aufwändig, aber nachhaltig…womit wir auch den Unterschied zu Jenga sehen ;-))
klasse Bericht

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