Patricia Sulzbach

Warum ändert sich die EnEV?

Nach langer Wartezeit ging es jetzt doch schneller als gedacht. Die EnEV 2014 wird im Frühsommer 2014 in Kraft treten.

Die schnelle Umsetzung der neuen EnEV liegt wohl darin begründet, dass unter der neuen Bundesregierung bauliche Belange in Zukunft über das Umweltministerium gesteuert werden. Die neue EnEV wurde rechtzeitig vor dem Wechsel der Zuständigkeiten verabschiedet.

Langfristig ist das Ziel der Bundesregierung ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050. Die EU fordert einen Niedrigstenergiegebäude-Standard, der spätestens ab 2021 gilt. Mit der neuen EnEV muss ab 2016 geplant werden. Es muss aber vor 2020 noch ein weiterer Zwischenschritt kommen, um die geplanten Ziele zu erreichen.

Kernelement der Novelle ist eine Verschärfung der Anforderungen an den Primärenergiebedarf. Für Neubauten wird dieser ab dem 01.01.2016 um 25% abgesenkt. Bestandsgebäude werden hierbei nicht berücksichtigt.

Auch die Anforderungen an die Gebäudehülle werden angehoben. Über den U-Wert bzw. den spezifischen Transmissionswärmeverlust (HT) wird der erlaubte Wärmeverlust ab 2016 für Nichtwohngebäude um 20% reduziert.

Zur einfachen Anwendung der neuen EnEV wird das Modelgebäudeverfahren eingeführt, die sogenannte „EnEV easy“. Hierbei können aus einem Katalog die Eigenschaften eines Gebäudes gewählt werden, so dass ein Gebäude, das der EnEV genügt, entworfen werden kann. Der Anwendungsbereich für dieses Verfahren ist wohl als gering einzustufen, durch die begrenzte Anzahl an Auswahlmöglichkeiten der Gebäudeeigenschaften (z.B. der Anlagentechnik).

Des Weiteren wird der Primärenergiefaktor für Strom von 2,6 bis 2016 auf 1,8 gesenkt. Grund hierfür ist vermutlich, dass in Zukunft mehr Strom durch erneuerbare Energien produziert wird.
Insgesamt kommt die EnEV 2014 für viele wohl mit weniger Neuerungen als vermutet und das vor allem da nicht mehr viel Zeit bleibt, um die deutschen und europäischen Ziele zu erreichen.


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