Yevgeniya Nedilko

Russische Architekten-Delegation mit dem Passivhaus-Institut RUS bei Schöck

Passivhäuser sind hochenergetisch effiziente Gebäude, die so gut wärmegedämmt sind, dass sie ohne aktive Heizungsanlage im Gebäude auskommen. Bei diesem Gebäude-Energie-Standard ist eines der Grundprinzipien die strenge Minimierung oder gar Vermeidung von Wärmebrücken, um die Anforderungen zu erreichen.

Was vor 10-15 Jahren noch als ökologischer „Splin“ von einigen wenigen Architekten für „grüne“ Bauherren im Einfamilienhaus-Bereich tituliert wurde, gilt heute in vielen Regionen und Städten für alle Gebäudearten wie Wohnanlagen, Schulen, Büro- und Verwaltungsgebäuden als Standard. Städte wie Frankfurt, Freiburg, Hannover, Wien, Oslo, Brüssel, usw. haben diesen Gebäudestandard quasi „per Selbstverpflichtung“ in ihren städtischen Klimaschutzzielen fest verankert. Insgesamt gibt es bereits 27 solcher „Passivhaus-Leuchtturm-Regionen“ europaweit.

Laut dem Passivhaus-Institut in Darmstadt sind Ende 2011 bereits 40.000 Gebäude in Europa als Passivhäuser gebaut, mehr als 2/ 3 davon alleine in Deutschland und Österreich. Der Trend, in Passivhausbauweise Gebäude zu erstellen, ist gewaltig. Für Ende 2015 werden 140.000 Gebäude in Europa prognostiziert. Dies wundert niemand bei ständig steigenden Energiepreisen für den Verbraucher und dem wachsenden Bewusstsein für den Klimaschutz. Auch in Russland wird dieser innovative Gebäudestandard in Fachkreisen positiv diskutiert und erste Pilotprojekte wurden bereits realisiert.

Eine Gruppe von Architekten und Investoren aus Russland – organisiert durch das Passivhaus-Institut RUS  – bildeten eine Experten-Delegation, die eine Woche lang in Deutschland bereits ausgeführte Niedrigenergiehäuser mit Passivhauskomponenten sowie reine Passivhäuser besuchten, um sich vor Ort über die Technik, Funktionsweise und Architektur der Gebäude zu informieren.  Begleitet wurde die staatlich geförderte russische Expertengruppe vom russischen Fernsehsender RUSSIA 2.

Neben den ausgeführten Gebäuden wurden auch innovative Unternehmen der Baubranche besucht, die Produkte herstellen für Passivhäuser, sogenannte Passivhaus-Komponenten. Ohne solche Produkte wie bspw. hoch gedämmte 3-fachverglaste Fenster, Komfortlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und  hoch energieeffiziente Isokörbe von Schöck zur absoluten Minimierung von Wärmebrücken, wäre eine Realisierung des Passivhaus-Gebäude Standards nicht möglich. Am letzten Tag der einwöchigen Exkursion war die Delegation bei Schöck in Baden-Baden. Neben Informationen zu den Passivhaus- zertifizierten Schöck Produkten wurde auch die Produktionsstätte und das Qualitätsprüflabor besucht, um zu erfahren, wie die hohe Qualität der Produkte sicher gestellt wird.

Dipl.- Ing. Martin Lamprecht / Fa. Schöck erklärt die Funktion des Schöck Isokorb®

Waldemar Martin / Fa. Schöck erklärt den Produktionsprozess

Waldemar Martin / Fa. Schöck erklärt die Qualitätssicherung

Im Rahmen der Exkursion zu Schöck wurden auch zwei Niedrigenergiehäuser mit Passivhauskomponenten – in der Nähe des Schöck Firmensitzes – besucht. Architekt beider Gebäude war Thomas Bechtold vom Architekturbüro Bau-Werk-Stadt in Bühl. Beide Gebäude zeichnen sich durch die hohe Funktionalität, die sehr gute Energieeffizienz in Verbindung mit einer ausdrucksstarken modernen Architektur aus. Auch deshalb war die russische Architektengruppe sehr beeindruckt von den vorhandenen Möglichkeiten bei hoch energieeffizienten Gebäuden.

Delegation besichtigt Niedrigenergiehäuser vom Architekt Thomas Bechtold

Bei beiden Gebäuden wurden konsequent alle tragenden Bauteile – die Wärmebrücken verursachen könnten wie Balkone, Loggien und außenliegende Treppenpodeste – durch Schöck Isokörbe thermisch optimal getrennt.

Architekt Thomas Bechtold und Martin Lamprecht erläutern die Funktion und Technik der Gebäude, im Hintergrund das Fernseh-Team von RUSSIA 2

Ein russischer Bauunternehmer war so beeindruckt vom Know How rund ums Thema “hoch-energieeffizientes Bauen“ von Dipl.- Ing. Martin Lamprecht (dem Schöck Verantwortlichen für das Thema Passivhaus) und vom Architekten Thomas Bechtold, dass beide eingeladen wurden, für den April 2012 nach Moskau zu kommen – im Rahmen der Baumesse Mosbuild in Moskau – um diesen für seine zukünftigen Projekte zu beraten. Seine Gebäude will er zukünftig aus Überzeugung – so seine Aussage-  immer mit Schöck Isokörben bauen.


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1 Kommentar zu "Russische Architekten-Delegation mit dem Passivhaus-Institut RUS bei Schöck"
SCHOECK BLOG » Blog Archive » Mit Schöck in Moskau schreibt am 24. April 2012 um 16:59

[…] 2011 erhielt ich einen Anruf von Martin Lamprecht von Schöck. Er fragte bei mir an ob er mit einer russischen Architekten/Bauträger -Delegation von mir geplante und bereits fertige Wohnhäuser besichtigen könnte. Es hätte sich eine russische […]

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