Zinsentwicklung 2011 / 2012 – Darauf sollten sich Bauherren einstellen

Kreditnehmer, die den Kauf oder den Bau eines Eigenheims über einen Hypothekenkredit finanzieren wollen, können sich derzeit über besonders günstige Bauzinssätze freuen. Bei aller Freude stellt sich jedoch die Frage, ob man sich die günstigen Zinssätze bereits jetzt sichern sollte oder ob man in den nächsten Monaten und Jahren noch mit einem weiteren Zinsverfall rechnen darf.

Die Entwicklung 2011
Um die gegenwärtige Zinssituation besser einschätzen zu können, empfiehlt sich zunächst der Blick zurück. Und hier zeigt sich, dass die Bauzinsen auf einem historischen Tiefststand stehen: Mussten Kreditnehmer etwa im Jahre 2000 bei einem Hypothekendarlehen mit einer zehnjährigen Zinsbindungsfrist noch mit einem Effektivzins von ca. 6,5 % rechnen, so liegt der derzeitige Zinssatz bei rund 3,2 %. Allein seit Mai 2011 ist der durchschnittliche Bauzinssatz um ungefähr einen Prozentpunkt gefallen.

Die Gründe für den diesjährigen Zinsverfall sind vor allem in der immer weiter um sich greifenden Schuldenkrise der Eurostaaten und in den großen Budget-Probleme der USA zu suchen. Sie haben die Finanzmärkte in den letzten Monaten stark verunsichert. Gesteigert wurde diese Nervosität in den letzten Wochen noch durch die nach unten revidierten Wirtschaftsprognosen für Europa und die USA.

Dies hatte zur Folge, dass die großen institutionellen Anleger verstärkt in sichere Staatsanleihen investierten. Die große Nachfrage ließ aber die Rendite der Anleihen sinken. Da aber viele Kreditinstitute die gewährten Baudarlehen in Pfandbriefen veranlagen, die sich in ihrer Zinsgestaltung nach den Bundesanleihen richten, sind mit den sinkenden Rendite für deutsche Staatsanleihen auch die Bauzinsen gefallen.

Die zukünftige Entwicklung
Wie sich die Zinssätze in naher Zukunft entwickeln werden, ist bei der ungewissen Entwicklung des Wirtschaftswachstums und dem unbestimmten Ausgang der Schuldenkrise sehr schwierig abzuschätzen. Während einige Zinsexperten auf Grund der Nervosität an den Finanzmärkten ein weiteres Fallen der Bauzinssätze für möglich halten, gehen andere von einem baldigen und dauerhaften Anstieg der Bauzinsen aus.

Einig ist man sich aber bei der Einschätzung der Zinssituation auf dem Hypothekenkreditmarkt. Sie ist so günstig wie selten zuvor. Die Empfehlung an zukünftige Kreditnehmer lautet deshalb fast unisono, dass sie sich die günstigen Bauzinssätze mit einer Zinsbindung von mindestens 10 Jahren sichern sollten. Die Zinsersparnis kann dann in eine höhere Tilgungsrate investiert werden. So  lassen sich nicht nur die Zinszahlungen reduzieren. Hypothekendarlehen können damit auch rascher abbezahlt werden und die Kreditnehmer sind schneller schuldenfrei.

Tipp für Immobilienbesitzer
Wer bereits ein Baudarlehen bedient und entsprechend eine Anschlussfinanzierung ins Auge fasst, sollte sich unter www.forwarddarlehen.org über das sogenannte Forward-Darlehen informieren. Diese bietet Immobilienbesitzern die Möglichkeit, aktuelle Zinsen für einen Zeitraum bis zu 5 Jahren im Voraus zu sichern.


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1 Kommentar zu "Zinsentwicklung 2011 / 2012 – Darauf sollten sich Bauherren einstellen"
Anne schreibt am 19. August 2012 um 20:42

Geld ist noch nie so billig gewesen. Ich persönlich würde nun ein Haus bauen. Allein auf http://www.tagesgeld-lotse.de/zinsentwicklung/ sieht man in der Zinskurve einen riesen Unterschied.

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