Patricia Sulzbach

Weimarer Bauphysiktagung 28. – 29. September 2011

Die Weimarer Bauphysiktage waren auch in diesem Jahr wieder gut besucht. Wofür wohl nicht zu letzt die renommierten Referenten verantwortlich waren.

So gab Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser einen interessanten Einblick über die Aufgabe des Bauwesens im Klimaschutz. Dabei wurden vor allem die Potentiale in der energetischen Sanierung als Schlüssel zur Erreichung einer modernisierten Energieversorgung erörtert. Da heute 75% der Gebäude in Deutschland einen energetisch schlechten Standard aufweisen, gibt es hier große Chancen zur Energieeffizienzsteigerung im Bauwesen. Ein weiterer positiver Effekt durch die baulichen Maßnahmen zur Einsparung von Heizenergie, ist die Steigerung der thermischen Behaglichkeit. Des Weiteren werden hierdurch zumeist die Dauerhaftigkeit der Bausubstanz und damit auch der finanzielle Wert eines Gebäudes verbessert.

Aber auch Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Feist vom Passivhaus Institut verwendete seinen Vortrag, um die Aufgaben der Bauphysik in der Energiewende aufzuzeigen. Er verwies darauf hin, dass das Energiesystem der Zukunft nachhaltig sein wird. Dabei geht die flächendeckende Umsetzung des Passivhausstandards Hand in Hand mit der Umstrukturierung unserer Energieversorgung. Nur durch eine starke Reduzierung des Energieverbrauchs durch den Passivhausbau kann eine Umstellung auf dezentrale und regionale regenerative Energiequellen umgesetzt werden. Der Niedrigenergiestandard reicht nicht aus, so kann hierdurch bis 2040 gerademal 25% des Heizenergieverbrauchs reduziert werden. Bei hocheffizienten Sanierungsmaßnahmen kann im gleichen Zeitraum der Heizenergiebedarf um 50% reduziert werden, so dass auch die geforderten Klimaziele erreicht werden können.
Insgesamt konnten die Teilnehmer der Tagung an zwei Tagen Vorträge zu den Themen Raumklima, Bauakustik, Thermische Bauphysik, Feuchteschutz und einigem mehr hören.  Dabei konnten sie zum Beispiel erfahren, dass die neue DIN 4109 wohl noch unbestimmte Zeit auf sich warten lassen wird. Auch die aktuellen Einschätzungen über die neue EnEV 2012 wurden ausführlich diskutiert. Hierbei kann festgehalten werden, dass wohl auch eine weitere Steigerung der Anforderungen zur EnEV 2009 um 30 % des Primärenergiebedarfs mehr als wahrscheinlich ist. Es stehen also weitreichende Entwicklungen an.

Abschließend sei gesagt, dass der Erfolg der Veranstaltung wohl darin liegt, dass sie eine Plattform für den Austausch aktueller Forschungsergebnisse sowie aus der praktischen Anwendung bietet. „Sie ist daher ein ideales Diskussionsforum zum gegenseitigen Austausch von Fachleiten aus Wissenschaft und Praxis.“ (Vorwort des Tagungsbandes)


  Weiterempfehlen Mail Facebook
2 Kommentare zu "Weimarer Bauphysiktagung 28. – 29. September 2011"
Maik schreibt am 11. Oktober 2011 um 15:23

Wenn ich mich recht erinnere, war auch die Bau- und Raumakustik als zentrales Thema der Tagung angekündigt worden. Gab es dazu nicht mehr zu sagen, als dass die DIN 4109 vorerst ausbleibt? Werde der Frage gleich mal nachgehen…

Patricia Sulzbach schreibt am 12. Oktober 2011 um 10:45

Danke für ihren Beitrag in unserem Blog.

Sicherlich war der Themenkomplex Bau- und Raumakustik eines der zentralen Themen neben Thermischer Behaglichkeit, Feuchteschutz, Brandschutz sowie Bauphysik im Zusammenhang mit Sanierung und Nachhaltigkeit.

Selbstverständlich gibt es viel zum Thema Bau- und Raumakustik zu sagen. In unserem Blog möchten wir Ihnen jedoch lediglich einen Eindruck von der Veranstaltung vermitteln. In dem Vortrag von Herrn Prof. Dipl.-Ing. Hans-Dieter Schleif, zum Thema Schallschutz, wurde jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen das nur wenige Inhalte der neuen DIN 4109 bereits feststehen. Die Frage um die relevanten Kenngrößen ist beispielsweise weiterhin ungeklärt. Daher ist wohl in naher Zukunft keine neue Auflage zu erwarten.

Ich empfehle ihnen zur genaueren Recherche den Tagungsband der Veranstaltung. Hierin erfahren sie viel über Schallschutz sowie die weiteren bereits aufgeführen Themenkomplexe.

Kommentar verfassen