Markanter sozialer Wohnungsbau in Wien/Österreich

Die Bremer Stadtmusikanten
Die Zeit herkömmlicher gleichförmiger Gemeindebauten und schlichter architektonischer Lösungen im Sozialbau ist vorbei. Das beweisen immer mehr intelligente und beeindruckende Gebäudelösungen. Eine davon nennt sich „Die Bremer Stadtmusikanten“ und steht in der Tokiostrasse im 22. Wiener Gemeindebezirk. Gestapelt und verschachtelt – so könnte man den Neubau charakterisieren.

Begonnen hat alles mit einem Bauträgerwettbewerb, bei dem eine hohe Baudichte gefordert war. ARTEC Architekten aus Wien gingen mit ihrem Projekt als Sieger hervor. Sie verstehen das Gebäude als eine Neuinterpretation des Terrassenhauses.

Ungewöhnliche Stapelbauweise
Entlang des Bauriegels auf der Tokiostrasse wurde aufgeständert ein Trakt sogenannter „Casablanca-Wohnungen“ (eingeschossige Wohnungen mit zweigeschoss-hohem Loggienraum) gestellt. Alle Einheiten sollten gleich groß gehalten werden. Dies war nur möglich, indem man die Wohnzimmer um 45° verschwenkt und dreieckige Loggien einschnitt, an die noch ein Balkon andockt. Die vor- und rückspringenden Brüstungen aus Streckmetall sind mit diagonalen Rankgittern verbunden, die von den Anrainern bereits „Spinne“ genannt werden. Die Gitterstruktur bricht die serielle Strenge und wartet auf die Pflanzen der Bewohner.

Hofseitig bilden Einraumwohnungen das Pendant zur Arkade an der Straße. Sie haben 4,40 m Raumhöhe, Schlafgalerien und große Fenster mit Morgen- oder Abendsonne, denen exklusive Freiräume mit Terrasse und Pflanzstreifen vorgelagert sind. 1,80 m hohe Mauern dienen als Sichtschutz dieser privaten Bereiche im Hof, der sich als halböffentlicher Bereich durch die beiden Wohnblöcke zieht.

Darüber winden sich Maisonetten L-förmig um ein zweigeschossiges Atrium mit Erdkoffer und einer gedeckten Terrasse. Die dritte Schicht besteht aus einer Zeile von zweistöckigen Reihenhäusern mit Garten, zwischen ihnen liegt ein Kinderspielplatz. Ganz oben wurde das für Wien typische und sehr populäre Kleingartenhaus in schmale Baukörper transformiert, die von Süden belichtet sind und sich konisch zum Hof hin verjüngen. So kann die Sonne in alle unteren Freiräume dringen.

Thermische Trennung im Niedrigenergiehaus mit Isokorb®
„Aufgrund der komplexen Baukörperkonfiguration, resultierend aus der Stapelidee, entstand eine sehr große Oberfläche – verglichen mit einem normalen Wohnhaus. Trotzdem ist es ein Niedrigenergiehaus“, erklärt der Architekt.

Zur thermischen Trennung an den Übergangsstellen – beispielsweise in den Laubengängen – hat der Schöck Isokorb® beigetragen. Neben der Wärmedämmung mit zusätzlichem Brandschutz bietet der Isokorb® auch den Vorteil der geforderten Schwellenfreiheit. Insgesamt wurden 720 Stück Isokorb® eingebaut. Neben dem Schöck Isokorb® kamen zum Schallschutz bei den Treppen 134 Stück Tronsole® zum Einsatz. Guter Schallschutz gehört heute zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen eines Gebäudes. Er ist gerade in den Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit. Durch den Systemgedanken der Tronsole® wurden nicht nur die Treppenanschlüsse, sondern auch die Fugen optimal abgedichtet. Weiterhin wurden zur Bewehrung  der Betonelemente 720 Laufmeter gerippter Edelstahl (Rippinox) und 30 Dorne eingesetzt.


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