Wolfgang Ackenheil

Wie Küchen helfen können

Das konnte ich mir bis vor der Umsetzung unserer Spendenaktion zu Weihnachten nicht vorstellen. Sicher sagt der Volksmund „Eigener Herd ist Goldes wert“. Doch wie viel wert dies sein kann, ergab sich in einer kleinen Feierstunde bei der unser Vorstandsvorsitzender Nikolaus Wild eine Spende von jeweils 5.000 EUR an den Freundeskreis Palliativ Kinder e.V. Baden-Baden und an Pallium e.V. Bühl übergeben hat.

Der Grund war: „Wir haben in diesem Jahr auf die Produktion und den internationalen Versand von Weihnachtskarten verzichtet und unterstützen stattdessen die palliative Betreuung von Kindern, die an schwerwiegenden, lebensverkürzenden Krankheiten leiden und trauernde Familien. Durch persönliche Kontakte zu diesen Organisationen haben wir sichergestellt, dass das Geld an der richtigen Stelle eingesetzt wird.“ begründete Herr Wild unser Vorhaben.

Er übergab die Spendenschecks im Beisein seiner Geschäftsleitungskollegen Peter Richter (Kaufmännischer Bereich) und Sven Ustrabowski (Marketing) sowie der Assistentin des Kaufmännischen Bereichs Claudia Frank an die beiden Vereinsvorsitzenden, die sich über die gezielte Verwendung der Spende bereits Gedanken gemacht haben. Sabine Iding-Dihlmann, Vorsitzende des Freundeskreis Palliativ Kinder e.V., möchte mit dem Betrag eine behindertengerechte Therapieküche in der Rehaklinik Schönwald im Schwarzwald mitfinanzieren. „Mit dieser Küche möchten wir betroffenen Familien mit herz- oder krebskranken Kindern eine Rückzugsmöglichkeit und einen Therapieraum bieten“ berichtete Iding-Dihlmann. Ein ähnliches Projekt hat auch der Verein Pallium in Bühl mit dem Vorsitzenden Guido Kohler ausgewählt. „Die Spende wird speziell für eine Lehrküche im neuen Zentrum Kind + Trauer verwendet, in der trauernde Heranwachsende gemeinsam und unter Anleitung das Kochen üben. Sie sollen dadurch den Alltag zu Hause besser bewältigen können und gleichzeitig einen Beitrag zur Ich-Stärkung erfahren.“, bestätigte Kohler. Ragnhild und Dieter Thomas Heck haben die Schirmherrschaft für diese Initiative übernommen.

Beide Vereine sind in Mittelbaden aktiv und wollen vor Ort helfen. Dies hat uns als Unternehmen auch motiviert, zu helfen. Die Palliativmedizin möchte die Leiden aus unheilbaren Erkrankungen lindern.  Pallium e.V. Bühl, unter dem Vorsitz von Guido Kohler, wurde 2002 gegründet und hat seitdem bei ca. 1.300 Menschen, die an einer unheilbaren Erkrankung litten oder leiden, durch Palliativmedizin für deutlich mehr Lebensqualität sorgen können. Zurzeit arbeitet Pallium für die Region Mittelbaden an der Verwirklichung eines Betreuungszentrums für trauernde Kinder, Jugendliche und Eltern. Auch als Anlaufstelle für Frauen/Eltern nach einer Fehl- oder Totgeburt soll dieses Zentrum dienen.

Der Freundeskreis aus Baden-Baden unterstützt in Einzelprojekten kinderpalliative Organisationen, Familien mit einem schwerkranken Kind und Kinderrehakliniken und hat in der letzten Zeit beispielsweise eine Knochenmarksspendenaktion mitfinanziert oder einen Rehabuggy für einen jungen Wachkomapatienten angeschafft.  Der Verein möchte zugleich aufklären und das Verständnis für die Patienten fördern. „Lebensverkürzende Krankheiten bei Kindern sind in unserer Gesellschaft ein Tabu-Thema. Doch gerade bei Kindern ist es wichtig, auf ihre Bedürfnisse einzugehen“, weiß Frau Iding-Dihlmann aus eigener Betroffenheit, die zu der Gründung des Vereins in 2007 führte.

Es war interessant, diese beiden Organisationen kennenzulernen und hinter die Kulissen zu blicken. Trotz der guten Nachricht der Spende bleibt eine große Betroffenheit vom Schicksal der Menschen. Umso wichtiger ist es, in unserer schnelllebigen Zeit Ruhe, Einhalt und den Blick für die kleinen Geschenke des Lebens zu finden. Die Advent- und Weihnachtszeit bietet beste Gelegenheit dazu.


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