Christian Witt

Brückenbordkanten mit ComBAR®? Klar doch, wir haben es getestet…

Back in 2009: es ging um ein aktuelles Projekt. Das erste Gespräch mit dem Planer lief ganz locker. Aber „wie verhält sich nun ComBAR® wirklich in Brückenbordkanten? Ist das Verhalten vergleichbar mit einer stahlbewehrten Bordkante?“ waren seine letzten Fragen. „Easy“, sagten wir, „wir werden es testen“. Aber was erstmal einfach erschien, war leider etwas aufwendiger als man dachte.

Im September 2009 kam der Planer mit dem Bauherrn nach Deutschland, um die erste Testreihe „live“ mitzuerleben. Drei jeweils 1,2 m lange Repliken des betroffenen Bauteils warteten auf uns in Halle F in Baden-Baden. 15 Leute, oder sogar mehr, warteten und hofften auf tolle Ergebnisse. Und dann… ein unerwartetes Versagbild: Durchstanzen an der Außenseite der Bordkante. Alles nicht so schlimm. Aber was jetzt?

Versuchskörper für die erste Testreihe in Deutschland

von links nach rechts: Philip Straub (Student), Karlheinz Ibach (ComBAR® AWT), André Weber (ComBAR® F&E), Tony Wing (Ingenieur MRC), Francois Schenck (Instandhaltung), Thomas Grindler (Prüffeld / Labor), Waldemar Kirsch (Prüffeld / Labor)

Wir haben uns nun an die Arbeit gemacht, Hirnschmalz verbrannt, das System auf den  Kopf gestellt, unsere neuen 50 GPa Bügel und die neu entwickelten Kopfbolzen effektiver zum Einsatz gebracht. Ergebnis: wir präsentierten dem Bauherrn wenige Wochen später ein total optimiertes ComBAR®-System. „I am sure it will prove successful in our vision to use new technologies in construction”, sagte der Bauherr.  „When will you carry out the tests?“, ergänzte er. Ja richtig! Wir mussten das neue System noch testen.

Wir haben uns kurzerhand entschieden, die zweite Testreihe in Kanada an der Ryerson Uni durchzuführen. Aber diesmal sollten die Probekörper die 2-fache Länge der ersten Versuchskörper in Deutschland haben. Der Grund: die Last sollte sich realitätsnah verteilen können. Wir standen also vor gewaltigen, 2,4m langen Bauteilen im Maßstab 1:1.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Güte des bestellten Betons, konnte am 13. September 2010 der erste Probekörper endlich getestet werden. Im Inneren: Stahlbewehrung. Der Vergleichstest. By the way, dieser Test verlief nicht so gut für den Stahl. Das System versagte vor der erwarteten Belastung, bei 150 kN.

Stahlbewehrter Versuchskörper. Erreichte Belastung: 150 kN

Am 20. September 2010 fand nun der interessantere Test statt: Bordkanten mit der neu von uns ausgedachten ComBAR®-Bewehrungsführung. Wir waren zwar zuversichtlich, dass ComBAR® das Rennen gewinnen würde. Aber etwas nervös waren wir auch, wie bei einem echten Wettlauf halt (es wurden sogar Wetten kurz vor Testbeginn abgeschlossen). 155 kN war die Schätzung des Ingenieurs. Ich sagte etwas nüchtern „160 kN, Minimum“. Dann kam der Bauherr mit seiner Schätzung: 165 kN. Und was war? ComBAR® hat es uns allen gezeigt!! Die Ergebnisse waren sensationell: 169 kN!

ComBAR®-bewehrter Versuchskörper. Erreichte Belastung: 169 kN.

Also, warum traditionell bewehren, wenn es ComBAR® gibt?  Der Kunde jubelte und feierte mit uns… ein erfolgreicher Tag für ComBAR®, das einzigartige GFK-Bewehrungssystem. Jetzt geht es ans Eingemachte. ComBAR® wird als eine der Alternativen für sein Projekt ausgeschrieben.  ComBAR® „is just great“. Weiter so…


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3 Kommentare zu "Brückenbordkanten mit ComBAR®? Klar doch, wir haben es getestet…"
Mehmet GERIZEKALI schreibt am 22. September 2010 um 10:23

Herzlichen Dank für diesen spannenden Bericht! Bitte weiter so.

Ihr Mehmet GERIZEKALI

Alexander Krenczik schreibt am 27. September 2010 um 20:41

Das ist halt Schöck- keine Herausforderung ist zu groß. Rückschläge immer als Chance nutzen. Dein Bericht zeigt, dass es um mehr als nur den Preis geht. Dieser Bauherr wird ein langfristiger Kunde werden- da bin ich mir sicher!

NW schreibt am 28. September 2010 um 12:02

Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Test und ein ebenso herzliches Dankeschön an alle Beteiligte und Mitwirkende.

Nikolaus Wild

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