Wolfgang Ackenheil

Gegen den Wind

Die dunklen Wolken waren verzogen und die erste Sommersonne brachte die Aktionäre auf dem Weg zur Hauptversammlung ins Schwitzen. „Irgendwie war es in den letzten Jahren an diesem Termin immer heiß“ brachte es Reiner Gravemeier auf den Punkt. Und ich musste ihm zustimmen. Ob es auch eine hitzige Veranstaltung werden würde? Sicher nicht. Kühl und überlegt hat Vorstandsvorsitzender Nikolaus Wild mit seinem Leitungsteam das Unternehmen durch das stürmische Krisenjahr 2009 manövriert. Ohne Schiffbruch, wie auf der Hauptversammlung zu hören war. Sie wurde in diesem Jahr von dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Klumpp geleitet. Der Vorsitzende Alfons Hörmann war aus gesundheitlichen Gründen verhindert.

So nutzte Dr. Klumpp die Gelegenheit, auf einige Höhepunkte aus dem letzten Geschäftsjahr hinzuweisen. Allem voran der 75. Geburtstag des Firmengründers Eberhard Schöck. Ferner berichtete er über interessante Bauobjekte mit Schöck-Lösungen in Wien, London, Ontario und Stuttgart. Bilanzzahlen gaben einen aufschlussreichen Rundum-Blick. Und gab anhand der aktuellen weltwirtschaftlichen Situation tiefere Einblicke in die chinesische Philosophie. Denn das Wort „Krise“ besteht in der chinesischen Sprache aus 2 Schriftzeichen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.

Die Angst war da – ohne Frage. Ganz spurlos ging die globale Rezession an Schöck nicht vorbei. Der Umsatz der Schöck Unternehmensgruppe ging zum Vorjahr um 6 % auf 71,5 Mio. EUR zurück, blieb damit aber dennoch deutlich unter dem gesamten Marktrückgang in Europa. Der Auslands¬anteil am Gesamtgeschäft hat sich mit 41 % leicht reduziert. Der europaweite Rückgang der Wohnbaugenehmigungen im Neubau hat sich letztlich direkt im Schöck-Geschäft niedergeschlagen.

Doch es gab auch Gelegenheiten. Mit einer Produktoffensive, einem strengen Sparkurs und einem Sicherungsprogramm für die Finanzen hielt das Schöck-Management dem rauen Wind dagegen. Gleichzeitig sollte das Qualitätsniveau gesteigert werden. Deshalb stellte sich Schöck den hohen Anforderungen des renommierten Ludwig-Erhard-Preises und hat als Finalist erfolgreich bestanden.

Vorstandsvorsitzender Wild sieht deshalb optimistisch in die Zukunft und brachte es mit dem Zitat des IKEA-Gründers Ingvar Kamprad „Das Meiste ist noch nicht getan. Wunderbare Zukunft!“ treffend auf den Punkt. Und leitete so pünktlich zum formalen Abstimmungsteil über. Doch zuvor schlossen sich Wortbeiträge der Familie Schöck und dem stellvertretenden Vorsitzenden der Eberhard-Schöck-Stiftung Dr. Wickert an. Mit lobenden Worten für den Mut und den Einsatz in dieser besonderen Situation, drückten sie ihre Anerkennung aus. Der folgende Applaus galt auch allen Mitarbeitern. Das gibt Rückenwind für die bevorstehende Route. Volle Kraft voraus.


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