Knut Kickstein

Programmieren Sie selbst?

Sagen Sie doch einmal dem Computer, was er tun soll!

Seit ca. 1980 ist der Besitz „persönlicher“ Computer in unseren eigenen vier Wänden daheim möglich. In der ersten Hälfte der 80er Jahre waren diese PC’s, zumindest im privaten Bereich, aber eher noch etwas für technikbegeisterte Sonderlinge, die ihr Geld nicht nur am Freitagabend in der Disco ausgeben wollten. Die ersten Systeme waren in der Regel untereinander völlig inkompatibel und das Angebot an Software war mehr als dürftig und sehr teuer. Mitgeliefert wurde nur eine Software, die meist im Rechner fest integriert war, nämlich eine Programmiersprache. Dies bedeutete damals, dass man sich die gewünschte Software gefälligst selbst zu programmieren hatte. Die, im Amateurbereich favorisierte Programmiersprache war das relativ leicht zu erlernende BASIC. Es gab aber auch schon Rechner, auf welchen sich die Programmiersprache, zum Beispiel durch Pascal oder Fortran, austauschen ließ. Ebenfalls mit dem Erfolg der ersten PC’s erschien eine Vielzahl von Fachmagazinen am Zeitungsmarkt. In diesen wurden dann auch zahllose BASIC-Listings mit Software für den privaten Bedarf abgedruckt. Wer die Software nutzen wollte, musste die Listings mühevoll abtippen und gegebenenfalls, infolge der Inkompatibilität, auch noch seiner Maschine anpassen. Die Erfolgserlebnisse aber waren doch, wenn das Programm dann endlich lief, die wunden Finger wert. Das Internet, zumindest in der Form wie wir es heute kennen, stand zu der Zeit noch nicht zur Verfügung. Also Software „downloaden“ war absolut Science Fiction.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Sämtliche Software, die heute im privaten Bereich benötigt wird, gibt es als Freeware im Internet oder auf CD’s in Fachmagazinen. Selbst in geschäftlichen Bereichen wird Software sehr oft kostenfrei Angeboten. Viele Hersteller von Produkten, die zur Berechnung ihrer Produkte eine Bemessungssoftware benötigen, stellen diese natürlich als Freeware zur Verfügung. Im Hause Schöck z.B. arbeiten zwei Softwareingenieure an der Entwicklung und der Pflege eigener Software extra für die Anwender unterschiedlicher Spezialprodukte. Diese Software ist in den meisten Fällen sogar den professionellen Produkten ebenbürtig. Die Erstellung eines eigenen Programms ist heute in den seltensten Fällen notwendig aber immer noch möglich. Die Werkzeuge dafür, wie kann es anders sein, gibt es im Netz natürlich als Freeware. Die mächtigen Programmierwerkzeuge, wie zum Beispiel VisualBASIC.NET oder C#.NET, sind für die private Nutzung frei bei Microsoft in einer Expressversion herunterladbar. Nicht zu vergessen, dass dem Microsoft Office beiliegende Visual BASIC für Applikationen (VBA). Mit dieser Sprache können Sie Erweiterungen für Word, Excel oder AutoCAD selbst schreiben. Auch entsprechende Literatur und Beispiele stehen in ausreichender Zahl im Netz oder beim Buchhändler zur Verfügung. Mit diesen Werkzeugen lassen sich in relativ kurzer Zeit recht professionell ausschauende Programme zaubern. Ich kann nur empfehlen, selbst einmal kleine Programme zu schreiben. Dies hilft dabei den Computer nicht mehr nur als eine „Black Box“ zu sehen, sondern ihn mit seiner Arbeitsweise besser zu verstehen. Weiter schult das Programmieren darüber hinaus das eigene Logikverständnis und ist somit eine Art „Gehirnjogging“. Das Angehen und Lösen von Problemen, auch in anderen Bereichen des Lebens, gelingt nach solchem „Training“ wesentlich effizienter.

Viel Spaß beim Programmieren wünscht Ihnen
Knut Kickstein


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2 Kommentare zu "Programmieren Sie selbst?"

Klaus Gärtner schreibt am 13. Juli 2009 um 08:35

Sehr geehrter Herr Kickstein,

vielen Dank für den informativen Artikel. Ich habe wirklich Lust auf das Programmieren bekommen und mir gleich VisualBASIC.NET Express heruntergeladen.

Auch Ihnen wünsche ich weiterhin viel Spaß beim Programmieren
Klaus Gärtner

Christel Neumann geb. Heidtmann schreibt am 9. Februar 2011 um 20:11

Hallo Knut,

Wir planen ein Klassentreffen nach 40 Jahren. Falls Du der Knut Kickstein aus Einbeck bist der bis 1971 mit mir zur Teichenwegschule gegangen ist melde dich bitte bei mir.
Te. 05561-4252 Gruß Christel

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