Michael Schmitz

Wie grün ist Großbritannien?

– Eindrücke von der Ecobuild in London –

3 Jahre ist es jetzt her, dass Toni Blair die Reduktion des CO2-Ausstosses als dringendes Problem auf die Agenda der britischen Politik brachte. Was ist seit dem geschehen?

Weltweit bekannt ist, dass London die Bewerbung für die olympischen Sommerspiele 2012 mit einem klaren Bekenntnis für ökologische Spiele gewonnen hat und damit einen weit sichtbaren Standard für Ökologie und die Reduktion von Treibhausgasen setzt. Mit Part L in den britischen Bauvorschriften ist zusätzlich die erste Energieeinsparverordnung aktiv, die im Jahre 2010 weiter verschärft wird. Es tut sich also einiges auf der Insel.

In der letzten Woche stellten 800 britische und europäische Firmen (+60% zum Vorjahr!) Produkte rund um das energieeffiziente Bauen aus. Ohne Finanzkrise wären es noch mehr gewesen, denn kurzfristig hatten einige Aussteller abgesagt.

Welcome to ecobuild

Plakat ecobuild

Green, eco und sustainabel (umweltverträglich) waren die Schlagworte, nahezu auf jedem Stand zu lesen. „Hat sich die Kundenreaktion bei dieser Messe im Vergleich zu früheren Messen verändert?“, frage ich Michael Currier, Chef von Schöck UK. „Der größte Unterschied zu früheren Messen ist, dass wir heute weniger gefragt werden, ob unsere Wärmedämmelemente notwendig sind, sondern viel mehr nach Details der Bemessung und Wärmeeffizienz.“.

Schöck Stand auf der ecobuild

Auf die Frage ob man denn bereit sei, in finanziell angespannten Zeiten auch tatsächlich Geld für Öko-Produkte auszugeben fällt seine Antwort jedoch weniger klar aus: “Einige Investoren sehen die Chance der Differenzierung und Positionierung ihrer Immobilien, andere scheuen die Mehrkosten in einem Markt, in dem die Immobilienpreise stark unter Druck stehen.“

Man hat den Eindruck, die Messe war ein Erfolg. Ein Indiz dafür war, dass 80% der Aussteller sich bereits für das nächste Jahr wieder angemeldet haben, da die Messe die gesamten 3 Tage über gut frequentiert war. Der Trend für nachhaltiges, energieeffizientes Bauen ist auf der Insel angekommen und wird sich mit sanftem Druck über die Gesetzgebung und mittelfristig stärkerem Druck über die Brieftasche (Energiepreise) weiter ausbreiten.


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