Wolfgang Ackenheil

Wohnen in 2030 – die Rückkehr der WG!

„Komm wir gründen ne WG!“, das erinnert doch eher an Studentenzeiten, preiswerte Notgemeinschaften mit wilden Partys bis spät in die Nacht. Das wird eher der Generation der Jungen zugesprochen. Oder müssen wir da umdenken? Betrifft es uns in einer späteren Lebensphase noch mal?

Wenn man dem Vortrag von Prof. Dr. Horst W. Opaschowski bei den 53. Betontagen in Neu-Ulm folgt, lautet die Antwort eindeutig: ja. Wir müssen umdenken.

Als Zukunftsforscher der BAT Stiftung für Zukunftsfragen hat Prof. Opaschowski 10 Zukunftstrends in Deutschland bis zum Jahr 2030 vorgestellt. Dabei ging es auch um das Wohnen. Was nicht überraschte war, dass wir eine Verformung der Alterspyramide vor uns haben, in der die Senioren überwiegen. Die Zukunftsforscher sehen zwar, dass die Lebenserwartung steigt, aber nicht die Notwendigkeit der Betreuung in Heimen.

wohnen_2030

Die Menschen werden älter, jedoch nicht gleichzeitig pflegebedürftiger. Daher ist die Wohngemeinschaft (WG) wieder voll im Kommen. Wohnanlage statt Heim – so lautet das Motto. Es wird aufgrund der Pflegebedürftigkeit auch in Zukunft zwar nicht ohne Pflegeheime gehen. Klar. Das Ziel sollte jedoch sein, so wenig Heime wie möglich zu bauen.

Die Senioren wohnen in Zukunft in modernen Wohngemeinschaften in großen Ballungszentren mit Dienstleistungsangebot. Verkehrsgünstig gut erschlossen mit reichhaltigem Kulturangebot und sozialen Kontakten. Mobil. Unabhängig. Immer was los.  Jeder wohnt für sich, bestimmte Services werden gemeinschaftlich genutzt. Es kommt darauf an, Hilfe zu bekommen, wo notwendig. Z.B. für Büroarbeiten, Reparaturservice oder Ähnliches. Die Kleinfamilie geht verloren, es entstehen vielmehr neue Wahlverwandtschaften. Der gute alte Nachbar erfährt ein Comeback.

Das Mehrgenerationenhaus wäre für mich auch eine Alternative. Ich selbst wohne in so einem Haus. 3 Generationen unter einem Dach. Ob das in 2030 noch Bestand hat? Oder ob meine Frau und ich dann in eine Großstadt ziehen? Wir dürfen gespannt sein. Es schadet jedoch nicht, schon jetzt gute nachbarschaftliche Beziehungen zu pflegen. Vielleicht ist das ja bald unser WG-Nachbar.


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