Nadine Seifried

Närrische Schöck-Mitarbeiter

Was läuft denn im Kino? Was machen wir am Wochenende? Nein, darüber müssen wir uns zurzeit wirklich keine Gedanken machen. Denn seit dem 6. Januar, dem Dreikönigstag, hat uns die fünfte Jahreszeit ziemlich „in Beschlag genommen“. Gerade für uns, die wir in einem Fasnachtsverein aktiv sind, heißt das, dass wir jedes Wochenende unterwegs sind – an Umzügen, Straßenfasnachten, Hexenbällen, Teufelsbällen und Brauchtumsabenden. Und das ist nicht immer nur mit Vergnügen verbunden – auch Arbeitseinsatz ist gefragt. Die zahlreichen Fasnachtsveranstaltungen hier in der Region organisieren sich schließlich nicht von selbst.

Ist eigentlich auch jedem klar, warum es den Fasnachtsbrauchtum überhaupt gibt? Manche fragen sich sicherlich, wofür das ganze „Spektakel“ gut sein soll. Hier unsere Antwort:

Die Ursprünge des närrischen Treibens in der Fasnachtszeit liegen weit zurück. Die Hexen, Dämonen, Teufel und anderen Gestalten sollten die bösen Wintergeister vertreiben. Daher tragen hier in der Region die Mitglieder der Fasnachtsvereine neben dem „Häs“ (Kostüm) auch Angst einflößende Holzmasken.

Das Ganze sieht dann beispielsweise so aus:

v. l.: Nadine Seifried (Content Managerin, seit 1995 eine Bühlertäler Schwarzwaldhexe), Corina Hörth (Sachbearbeiterin Rechnungsgwesen, seit 2008 ein Bühlertäler Waldmännle)

v. l.: Nadine Seifried (Content Managerin, seit 1995 eine Bühlertäler Schwarzwaldhexe), Corina Hörth (Sachbearbeiterin Rechnungsgwesen, seit 2008 ein Bühlertäler Waldmännle)

altrheindaemon_kai

Kai Zehe (Sachbearbeiter Vertriebsmanagement; Gründungsmitglied der Stollhofner Altrheindämone) mit seinem Fasnachtsverein

Fast jeder Verein hier in der Region hat seinen eigenen geschichtlichen Hintergrund.

Das Bühlertäler Heimatbuch besagt, dass um 1628 Hexentänze, Teufelshochzeiten und Hexenverbrennungen in Bühlertal durchgeführt wurden. Das Malefixgericht in Bühl trat erstmals am 3. Oktober 1629 in Funktion und verurteilte bis zum 13. Oktober 1629 27 Personen zur peinlichen Folter und zur anschließenden Hexenverbrennung auf dem Scheiterhaufen beim Schartenberg in Bühlertal. Aufgrund dieser mittelalterlichen Ereignisse in Bühlertal wurde im November 1984 die Idee zur Gründung einer Hexenzunft ins Leben gerufen. So entstanden die „Schwarzwaldhexen“.

Die Geschichte der „Bühlertäler Waldmännle“ geht auf ihr Gründungsjahr zurück. Da der Verein 1977 am waldnahen bühlertäler Ortsteil „Denni“ gegründet wurde, nennen sie sich „Bühlertäler Waldmännle“.

Stollhofen, wo die „Altrheindämonen“ zu Hause sind, liegt nahe dem Rhein. Sagen zufolge wurde es zur Herbst- und Winterzeit, wenn sich die Nebelbänke über die Rheinarme senkten, unheimlich. Die Bewohner dieses Gebietes wollen gerade zu der Zeit viele merkwürdige Gestalten im Rheingebiet gesehen haben. Die Gründungsmitglieder der Altrheindämonen entschlossen sich 2002, die Dämonen nach alter Verbundenheit wieder nach Stollhofen zu holen und gründeten den Fasnachtsverein „Stollhofner Altrheindämonen“.

So und nun hoffen wir alle drei, dass die Zeit bis zum Fasnachtsdienstag nicht all zu schnell vorbei geht, denn an diesem Abend finden hier in der Region die symbolischen Hexenverbrennungen statt, mit denen die Fasnachtszeit ausgeläutet wird.

Es grüßen mit einem dreifach-kräftigen „Narri Narro“

Corina Hörth, Nadine Seifried und Kai Zehe


  Weiterempfehlen Mail Facebook
Kommentar verfassen